D³ database

Fallgeschwindigkeit

Zusammenfassung

 

Die FALLGESCHWINDIGKEIT ist die maximale Geschwindigkeit (in m/s) einer fallenden Diaspore in unbewegter Luft.

 

 

Merkmalsbeschreibung

 

Die FALLGESCHWINDIGKEIT (Spalten-Code: VTERM) ist ein kontinuierliches Merkmal, das die maximale Geschwindigkeit (in m/s) einer fallenden Diaspore in unbewegter Luft beschreibt.

Diasporen beschleunigen (wie jedes fallende Objekt) während des freien Falls und erreichen dabei ihre maximale FALLGESCHWINDIGKEIT erst nach einer klar definierten Zeit, deren Dauer hauptsächlich aus der Diasporenmasse und dem Widerstandskoeffizienten beruht. Originalmessungen erfassen daher generell NICHT die Fallgeschwindigkeit, sondern die durchschnittliche Geschwindigkeit während der anfänglichen Beschleunigungsphase. Der Unterschied zwischen der gemessenen und der 'tatsächlichen' Fallgeschwindigkeit ist häufig signifikant: Für mittelgroße rundliche Samen liegt die gemessene Fallgeschwindkeit häufig zwischen 1,5- bis 2-mal unterhalb der 'tatsächlichenÄ Fallgeschwindigkeit, bei schweren Diasporen können die Abweichungen - in Abhängigkeit von der Fallhöhe - sogar beträchtlich höher ausfallen. Wann immer möglich wird daher in unserer Datenbank die FALLGESCHWINDIGKEIT bezüglich der Anfangsbeschleunigung korrigiert. Der Korrekturfaktor wurde von einer schrittweisen Simulation des freien Falls einer Diaspore unter Berücksichtigung des Reibungswiderstands (nach Schäfer 2002) nach den physikalischen Gesetzen abgeleitet.

 

In Fällen, in denen mehr als nur eine einzelne Messung vorlag, haben wir i.d.R. nur den Mittelwert angegeben. Rohdaten sind auf Anfrage erhältlich.

 

 

Herkunft der Daten

 

Die Originalmessungen wurden i.d.R. mit einem selbstgebauten Velocitymeter (weiterentwickelt nach Askew et al. 1997) durchgeführt. Die FALLGESCHWINDIGKEIT von sehr großen Diasporen oder solchen mit dynamischem Flugverhalten (e.g. Acer spec.) wurden manuell gemessen. Die meisten Messungen sind Originalmessungen von Diasporen, die anschließend wie oben beschrieben korrigiert wurden. Einige schon veröffentlichte Datensets wurden ebenfalls einbezogen, wenn durch deren Messmethoden die eigentliche Fallgeschwindigkeit nicht nennenswert unterschätzt wurde. Größere Datensets anderer Datenbanken wie LEDA wurden hingegen nicht verwendet.

 

 

Literatur

 

Askew, A.P., Corker, D., Hodkinson, D.J. & Thompson, K. (1997): A new apparatus to measure the rate of fall of seeds. Functional Ecology 11, 121-125.

 

Jongejans, E. & Schippers, P. (1999): Modeling seed dispersal by wind in herbaceous species. Oikos 87, 362-372.

 

Luftensteiner, H.W. (1982): Untersuchungen zur Verbreitungsbiologie von Pflanzengemeinschaften an vier Standorten in Niederösterreich. Bibliotheka Botanica. Schweizerbartsche Buchhandlung, Stuttgart.

 

Schäfer, M. (2002): Beobachtung, Analyse und Beschreibung von realen Fallbewegungen. DLR, Göttingen.

 

Tackenberg, O. (2001): Methoden zur Bewertung gradueller Unterschiede des Ausbreitungspotentials von Pflanzenarten. - Modellierung des Windausbreitungspotentials und regelbasierte Ableitung des Fernausbreitungspotentials. Cramer, Berlin.

 

Thompson, K. (2005): Terminal Velocity. In: Knevel, I.C., Bekker, R.M., Kunzmann, D., Stadler, M., Thompson, K. (eds.): The LEDA traitbase - Collecting and measuring standards of life-history traits of the Northwest European Flora.