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Glossar

Agochorie: Diasporen werden unbeabsichtigt im Zuge menschlicher Aktivitäten transportiert.

 

Ährchen (engl. spikelet): Fruchtstand erster Ordnung bei Gräsern (Poaceae); typischerweise mit zwei Spelzen an der Basis

 

Anemochorie: Ausbreitung durch den Wind; ohne Boleochorie (d.h. die Samenausbreitung durch Schwingbewegungen des Fruchtstandes, Windstreuer)

 

Anthropochorie: Ausbreitung durch den Menschen, d.h. Dyso-, Endo- oder Epizoochorie durch den Menschen; vgl. auch Hemerochorie

 

Antichorie: vgl. Ateleochorie

 

Antiteleochorie: vgl. Ateleochorie

 

Arillus: fleischiger Auswuchs eines Samens, der häufig Tiere anzieht wie Vögel (z. B. bei Taxus baccata) oder Ameisen (z.B. bei Viola odorata)

 

Ateleochorie: = Antiteleochorie = Antichorie; Ausbreitungsstrategie; die Diaspore verweilt in der direkten Nachbarschaft der Mutterpflanze, was vorteilhaft ist, wenn die Bedingungen am Ausgangspunkt günstig sind

 

Ausbreitungsdistanz (engl. dispersal distance): die horizontale Entfernung, über die sich eine Diaspore von der Mutterpflanze entfernt

 

Ausbreitungsdistanzspektrum (engl. dispersal kernel): Häufigkeitsverteilung der Ausbreitungsdistanzen (von der Mutterpflanze ausgehend)

 

Ausbreitungstyp (engl. dispersal mode): z. B. Anemochorie, Hydrochorie

 

Ausbreitungsvektor (engl. dispersal verctor): externer Faktor, der eine Ausbreitung bewirkt, z. B. Wind, Tiere

 

Autochorie: allgemeine Kategorie der Samenausbreitung; wird für alle Ausbreitungstypen verwendet, bei denen die Kräfte von der Pflanze oder ihrem Gewebe ausgehen

 

Balgfrucht (engl. follicle): Öffnungsfrucht (oder -früchtchen), die aus einem Karpell gebildet wird; öffnet sich nur auf einer Seite

 

Ballistochorie: vgl. Ballochorie

 

Ballochorie: = Ballistochorie; Diasporen werden aktiv von der Pflanze freigesetzt. Die Kraft geht typischerweise von Gewebespannungen aus

 

Blastochorie: Diasporen werden in kurzer Entfernung, aber noch in Verbindung zur Mutterpflanze abgelegt; die Verbindung wird erst später getrennt

 

Blütenstand (engl. inflorescence): Teil des Pflanzenstängels, der eine Gruppe von Blüten enthält

 

Blütenstängel (engl. peduncle): Teil des Stängels/Stammes, dem die Blüte oder Frucht entstammt

 

Boleochorie: Diasporen werden von sich bewegenden Kapseln (oder kapselähnlichen Organen) fortgeworfen. Die Kapseln können durch Wind oder vorbeistreifende Tiere beschleunigt werden; vgl. Semachorie.

 

Borste (engl. bristle): steifes längliches Anhängsel, typischerweise ein Haar oder ein Trichom (z. B. bei Setaria spec.)

 

Bulbille: kleines Pflanzenorgan (Zwiebel oder Knolle), das den Blattachseln oder Blütenständen entspringt und eine vegetative Vermehrung ermöglicht

 

Bythisochorie: Diasporen werden durch Wasserströmungen transportiert

 

Callus: basaler Abschnitt an Grasblütchen

 

Calyx: äußerer Teil des Perianth

 

Chamaechorie: Diasporen rollen vom Wind verdrifted auf dem Boden davon, z. B. Steppenroller wie Salsola oder Colutea arborescens

 

Deckspelze (engl. lemma): untere und typischerweise größere Spelze an der Basis einer einzelnen Blüte von Gräsern (Poaceae); häufig mit einer Granne

 

Diaspore: Ausbreitungseinheit; vgl. Diasporentypologie

 

Dispersule: vgl. Diaspore

 

Dysochorie: Diasporen werden von Tieren als Nahrung transportiert, wobei ein Bruchteil nicht gefressen wird, sodass es zur Keimung kommt; z. B. Ausbreitung durch Vorräte anlegende Tiere wie Nagetiere oder Vögel

 

Elaiosom: fleischiges (häufig fetthaltiges) Anhängsel von Samen, das Ameisen anzieht

 

Endokarp: harte oder häutchenartige Innenschicht des Perikarps, das den Samen umschließt

 

Endozoochorie: Diasporen werden von Tieren gefressen, verdaut, transportiert und ausgeschieden, wobei ein Anteil der Diasporen die Verdauung überlebt und zur Keimung gelangt.

 

Epizoochorie: Diasporen haften der Oberfläche von Tieren an (z.B. an Fell, Federn, Haut, Füßen) und werden darin transportiert, bevor sie herabfallen.

 

Ethelochorie: Diasporen (oder ganze Pflanzen) werden im Zuge kommerzieller Verwendung transportiert

 

Exokarp: Außenschicht des Perikarps

 

Frucht (engl. fruit): die die Samen enthaltende Struktur einer blühenden Pflanze, die einer Blüte entspringt; diese Definition umfasst Scheinfrüchte, bei denen der fleischige Anteil nicht ausschließlich vom Ovar, sondern auch vom umliegenden Gewebe entstammt, z.B. bei Malus (Apfel)

 

Früchtchen (engl. fruitlet): eines von vielen Fruchtsegementen, die alle einer Blüte entstammen; d.h. die Frucht einer Blüte entwickelt sich zu vielen Früchtchen (vgl. Steinfrüchtchen, Nüsschen, Balgfrucht)

 

Fruchtstand (engl. infructescence): Früchte, die einem Blütenstand entspringen; überwiegend separate Einzelfrüchte

 

Funiculus: Samenstielchen; Verbindung zwischen Samenanlage und Plazenta in einer Frucht

 

Germinule: die Einheit, die den Samen enthält und von dem die Keimung ausgeht; bei vielen Arten ist die Germinule nur der Hauptteil der Diaspore, weil fragile Anhänge wie Haare oder Flügel nach der Samenausbreitung abbrechen

 

Granne (engl. awn): schlankes, borstenartiges Anhängsel, das sich bei vielen Gräsern (Poaceae) aus der Deckspelze (Lemma) entwickelt

 

Hemerochorie: allgemeine Kategorie der Samenausbreitung; wird für alle Formen der Ausbreitung genutzt, die durch den Menschen oder seine Tätigkeiten erfolgt. Dies umfasst die Ausbreitung durch menschliche Individuen (vgl. Anthropochorie) oder ihre Aktivitäten, z.B. Nutzung von Transportmitteln, Verunreinigung von Saaten, Landwirtschaft.

 

Herpochorie: Diasporen verfügen über morphologische oder anatomische Eigenschaften, die eine Bewegung (über sehr kurze Distanzen) auf dem Boden bewirken

 

Hüllspelze (engl. glume): trockene Spelze an der Basis eines Ährchens bei Gräsern (Poaceae)

 

Hülsenfrucht (engl. legume): Streufrucht vieler Fabaceae; öffnet sich auf zwei Seiten

 

Hydrochorie: hier: Ausbreitung auf der Wasseroberflächen

 

Kapsel (engl. capsule): Streufrucht, die sich öffnet, um die Samen zu entlassen; diese breite Definition umfasst sowohl Hülsen- als auch Kapselfrüchte

 

Mesokarp: mittlere Schicht des Perikarps

 

Nuss (engl. nut): Frucht mit hartem (holzigen) Perikarp

 

Nüsschen (engl. nutlet): kleines nussartiges Früchtchen; z. B. "Samen" bei Fragaria (Erdbeere) oder Hagebutten (Frucht von Rosen, Rosa)

 

Ombrochorie: Diasporen werden von der Mutterpflanze weggeschleudert. Die Beschleunigung erfolgt durch fallende Regentropfen.

 

Pappus: umgewandelter Blütenkelch bei verschiedenen Asteraceae z. B. bei Taraxacum (Löwenzahn); kann aus Borsten, Haaren, Haken oder Schuppen zusammengesetzt sein

 

Perianth: sterile äußere Wirtel einer Blüte

 

Perikarp: das den Samen umhüllende Gewebe der Frucht, häufig in drei verschiedene Schichten geteilt: Endokarp, Mesokarp und Exokarp

 

pseudovivipar: Arten, die aus dem Blütenstand Bulbillen hervorbringen, die bereits reifen, während sie noch mit der Mutterpflanze verbunden sind; z. B. bei Poa bulbosa

 

Same (engl. seed): enthält den Embryo (der sich aus einem ausgereiften Pflanzenovar entwickelt) und häufig auch Endosperm (Nährstoffgewebe); typischerweise von einem harten Samenmantel (Testa) umschlossen

 

Sammelfrucht (engl. compound fruit): Zusammenschluss von Früchten (mehrerer Blüten), der eine einzige strukturelle Einheit bildet, z.B. Morus (Maulbeere)

 

Semachorie: = Boleochorie; Ausbreitung durch die schwingende Bewegung von Fruchtständen, ausgelöst entweder durch Wind oder vorbeiziehende Tiere

 

Spelze (engl. glume): trockene Braktee an der Basis der Ährchen von Gräsern (Poaceae)

 

Speirochorie: Diasporen werden als Saatgutverunreinigung transportiert

 

Steinfrucht (engl. drupe): Frucht mit häutchenartigem Exokarp, fleischigem Mesokarp und harten Endokarp; z. B. bei Prunus (Kirsche, Pfirsich, Pflaume etc.)

 

Steinfrüchtchen (engl. drupelet): steinfruchtartiger Teil einer Frucht, z. B. bei Rubus fruticosus (Brombeere)

 

Steinkern (engl. pyrene): Samen mit holzigem Endokarp, die sich normalerweise bei Steinfrüchten entwickeln; z. B. der Kern bei Prunus (Kirsche, Pfirsich, Pflaume etc.)

 

Steppenroller (engl. tumbleweed): Arten, bei denen oberirdische Pflanzenteile abbrechen und durch den Wind verweht werden, sodass diese als Diaspore agieren (z. B. Salsola tragus, vgl. Chamaechorie)

 

Turion: überwinternde Knospe einiger Wasserpflanzen, z. B. bei Potamogeton, Aldrovanda und Utricularia

 

Utriculus: Hochblatt von Sauergräsern (Cyperaceae); umschließt die Frucht bei Carex oft so, dass ein luftgefüllter Hohlraum entsteht

 

vivipar: Produktion von Samen, die bereits auf der Pflanze keimen

 

Vorspelze (engl. palaea): obere und typischerweise kleinere Braktee an der Basis einer einzelnen Blüte von Gräsern (Poaceae)

 

Zoochorie: Ausbreitung durch Tiere; vgl. Dysochorie, Endozoochorie und Epizoochorie